Tag 41 (11.9.): Henki allein im Pott (Duisburg – Rheda-Wiedenbrück)
Um zwanzig vor acht weckt mich Jutta – ich hätte glatt verschlafen
und meine geplante Abfahrt um neun verpasst. Als Proviant schmiert sie mir noch
einige Brötchen und gibt mir Obst mit, und mit einer Viertelstunde Verspätung
verlasse ich meine lieben Gastgeber.
Siegfried hat mich gestern Abend noch davon überzeugt, dass die zuerst
geplante Strecke entlang der Ruhr zu lang wäre, und mir noch zwei Detailkarten
des Ruhrpotts ausgedruckt. Sein Angebot, mich mit dem Auto aus dem Stadtgewirr
herauszufahren, lehne ich jedoch entschieden ab!
Sah der Pott doch von oben erstaunlich grün aus, so entpuppt er sich bei
der Durchfahrt als eine einzige Megalopolis. 60 km nur Stadt und eine Unzahl
von Ampeln. Mühlheim, Essen, Gelsenkirchen, Wanne-Eickel, Herne…
hinter Castrop-Rauxel hab ich’s endlich geschafft und der Moloch entlässt
mich in die freie Landschaft. Ohne größere Pause fahre ich durch,
hab ich mich doch für 19 Uhr bei Onkel Horst in Rheda-Wiedenbrück
angemeldet. Es geht gut voran, nach dem morgendlichen Regen bleibt’s trocken,
der Wind ist mir wohl auch eher günstig gestimmt. Waltrop, Lünen,
Bergkamen, Hamm, Beckum – um zwanzig nach sechs bin ich am Ziel.
Wie nicht anders zu erwarten, gibt es bei Horst was Leckeres zu essen - Kabeljau
mit Sauerkraut auf elsässisch, eingebettet in ein königliches Menü.
Wir verbringen einen sehr netten Abend und gegen Mitternacht überkommt
mich endgültig die Müdigkeit.
145,4 km – 21,0 km/h