Tag 39 (9.9.): Die letzte Etappe – zum Flughafen (Dubrovnik – Čilipi)
Wache mit Unwohlsein und Frieren auf. Während ich mich nach
dem Frühstück noch ein bisschen auf einer Bank hinlege, ist Ina so
lieb, meine Kette und Schaltung für meine Heimfahrt von Düsseldorf
nach Vechta zu säubern. Obwohl es mir nicht gut geht, fahren wir wie bei
der ersten Etappe von Ljubljana nach Cerkno los – und während des
Fahrens geht es dann auch wieder. Wir wollen auf jeden Fall noch heute zum Flughafen,
denn morgen würde es doch arg stressig. Während der langen Auffahrt
zur Adria-Magistrale genießen wir den Rückblick auf Dubrovnik –
genau den Blick, wie man ihn noch aus der Kriegsberichterstattung über
die Belagerung der Stadt durch die jugoslawische Volksarmee vor Augen hat. Ein
Stück weiter südlich passieren wir die schmalste Stelle Kroatiens
– das Land ist hier vom Meer bis zum Grat eines hohen Bergrückens,
auf dem die Grenze zu Bosnien verläuft, keine 2 km breit.

Rückblick auf Dubrovnik

Die schmalste Stelle Kroatiens – auf dem Bergrücken verläuft die Grenze zu Bosnien-Herzegowina
Schon mittags erreichen wir den überschaubaren Flughafen Čilipi. Wir lassen
uns auf einem schattigen Platz nieder, nach dem Essen leg ich mich noch drei
Stunden hin, kann aber nicht einschlafen. Als die Kopfschmerzen immer stärker
werden, greif ich doch zu einer Tablette. Ina verbringt den Nachmittag mit Lesen.
Unsere Sorge gilt den auf dem Platz herumlungernden Polizisten – werden
sie unseren Plan, hier zu zelten, durchschauen und verhindern? Ob sie ihn durchschauen,
bleibt ungelöst, doch nach Einbruch der Dunkelheit bauen wir das Zelt auf,
sicherheitshalber in einer etwas Sichtschutz bietenden Kuhle, und bleiben ungestört.
Zumindest von biotischen Faktoren, denn der Wind, das himmlische Kind, dreht
gegen Abend ganz plötzlich wieder stark auf, so dass wir wieder einmal
um einen ruhigen Schlaf gebracht werden. Der kroatische Wind kann einem doch
manchmal den letzten Nerv rauben…
21,0 km – 13,5 km/h