Tag 33 (3.9.): Korčula, die Schöne (Hvar-Stadt – Pupnatska Luka)
Wir haben heute morgen eine Menge Zeit, denn die Fähre nach Vela Luka auf
Korčula, von der wir hoffen mitgenommen zu werden, fährt erst um zehn nach
zwölf. So cruise ich in die City, um Milch und Müsli fürs Frühstück
zu besorgen, während Ina endlich mit ihren zehn Postkarten beginnt. Den
Vormittag verbringen wir mit Rumtüdeln und Lesen.
Die Fähre ist insofern nicht sicher für uns, da sie zwar in Hvar hält,
hier jedoch nur Personen zu- und aussteigen können, während die Autoklappe
geschlossen bleibt. Obwohl mir der Idiot in der Touri-Info in Bol gesagt hatte,
wir könnten die Fahrräder ganz sicher mitnehmen. Als die Fähre
festmacht, fragen wir also zunächst, ist aber kein Problem, wir können
die Räder und das Gepäck durch eine Luke zum Autodeck hineintragen.
Ina besorgt noch schnell Tickets – für die Räder müssen
wir die Verbindung Split – Vela Luka bezahlen, da der Computer nichts
anderes hergibt.
Die Fährüberfahrt dauert fast zwei Stunden. In Vela Luka lockt uns
nichts weiter – wir fahren gleich los. In Blato, einem ruhigen Landstädtchen
mit toller Lindenallee, machen wir Mittagspause. Ein sehr beschaulicher Ort,
abseits der Hauptstraße und dem Trubel der Badeorte an der Küste.

Allee in Blato
Hinter Blato wird die Landschaft immer schöner – bewaldete Hügel
und ebene Talböden mit Weinanbau. Schließlich ist die Insel Korčula
laut Buch für ihre Weißweine bekannt. Eigentlich hatte ich von Korčula
nach den vielen vorigen Inseln nichts großartig Neues mehr erwartet, doch
sie beeindruckt mich sehr durch ihre im Vergleich mit Brač und Hvar üppige
Vegetation in Form von weitläufigen Kiefernwäldern. Außerdem
haben wir hier sogar die Hauptstraße fast für uns allein –
wir genießen die Ruhe der Nebensaison. Hinter dem toll an einem Hang gelegenen
Ort Smokvica wählen wir die Straße zur Bucht Pupnatska Luka, die
wir uns zum Übernachten ausgeguckt haben. Eine fantastische Gegend! Die
Abfahrt zur Bucht auf einer 2,5 km langen Schotterstraße ist nicht ausgeschildert,
doch wir finden sie dank eines Stuttgarters, der meint, es wäre die zweitschönste
Bucht der Insel. Und sie ist wahrlich traumhaft gelegen mit einem Kieselstrand,
an dem es sich herrlich (trotz der drei bewohnten Häuser) zelten lässt!

Kapelle am Straßenrand

Smokvica und seine grüne Umgebung

Unsere Traumbucht Pupnatska Luka
Was uns seit Brač auffällt ist, dass es wieder heißer geworden ist.
Habe ich die Nächte zuvor schon ein paar Mal gefroren, so kann ich jetzt
wieder fast ganz ohne Schlafsack schlafen. Entweder hat sich das Wetter geändert,
oder aber der Süden Dalmatiens ist wirklich noch mal ein Stück wärmer
als die Kvarner Bucht und die Region um Zadar.
34,1 km – 15,1 km/h