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Karst 2004

Tag 31 (1.9.): Traumstrand verpasst (Supetar – Jelsa)

Während Ina nach dem Frühstück noch ihre Hose wäscht, schreibe ich meine letzten sieben Postkarten und kann damit dieses Kapitel abschließen, was ein sehr schönes Gefühl ist.

Um auf die andere Seite der Insel Brač nach Bol zu gelangen, entscheiden wir uns, nicht die Hauptstraße zu nehmen, da diese laut Karte über 568 m führen soll, sondern an der Küste entlang bis kurz vor Pučišća und von dort in das „nur“ 391 m hoch gelegene Pražnica zu fahren. Hinter Splitska radeln wir auf einer kleinen Schotterstraße durch duftenden Kiefernwald direkt an der Küste entlang, müssen später aber doch wieder auf die richtige Straße, da diese sich vom Wasser entfernt. Es herrscht jedoch kaum Verkehr und sie windet sich durch eine karge Landschaft, in der die Menschen über Jahrhunderte die Steine zu großen Haufen und Wällen aufgeschüttet haben. Brač ist berühmt für seine weißen Steine – sogar das Weiße Haus in Washington ist aus ihnen erbaut. Dazwischen schmale Talsohlen mit kunstvoll angelegten Weinfeldern und Zitronenhainen. Oben in Pražnica essen wir unser Brot, denn wir fühlen uns nach dem gestrigen Ruhetag beide immer noch ein bisschen schwach…

Straße zwischen Postira und Pučišća
Straße zwischen Postira und Pučišća

Langohriger Gesell' am Wegesrand
Langohriger Gesell' am Wegesrand

Die Abfahrt nach Bol gestaltet sich rasant. Hier wollen wir eigentlich am berühmten Sandstrand Zlatni rat zelten, einem der wenigen in Kroatien und in jedem Urlaubsprospekt abgebildet. Wir radeln jedoch zunächst zum Hafen, um schon mal die Fährverbindungen für morgen früh nach Jelsa auf Hvar zu checken. Zu unserem Erschrecken müssen wir feststellen, dass die Jadrolinija nur eine Catamaranverbindung pro Tag betreibt, die nur Personen und nicht einmal Fahrräder befördert. Wir könnten wohl morgen früh mit einem Ausflugsboot mit in die Stadt Hvar genommen werden, doch nicht nach Jelsa. Da entdecken wir spontan ein Boot, das Tagesgäste, die wohl den Tag am Sandstrand verbracht haben, zurück nach Jelsa bringt und gerade abfahren will. Wir vereinbaren mit dem Käpt’n, uns samt Räder für 100 Kuna mitzunehmen, und so gelangen wir schon heute hinüber auf die Insel Hvar.

Da es schon kurz vor Sonnenuntergang ist, fahren wir in Jelsa gleich an der Promenade entlang Richtung Westen und finden nach anderthalb Kilometern einen Platz unter Kiefern, wo wir nur im Innenzelt übernachten. Abends rufe ich noch kurz Tim an, der heut Geburtstag hat.

48,3 km – 14,1 km/h

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