Tag 29 (30.8.): Trogir und Split (Trogir – Supetar)
Obwohl es eine so herrliche Nacht war, haben wir beide schlecht geschlafen –
Ina muss in ihrem dicken Schlafsack, den sie wegen der Viecher ganz zugezogen
hatte, furchtbar geschwitzt haben, und ich habe in meinem dünnen Ding sogar
etwas gefroren, da die Nacht erstaunlich kühl war. Hinzu kamen Autoabgase
von der Straße, die komischerweise immer zu uns herunterzogen, und die
gegen Morgen anrückende Mückenschar, die in unseren Gesichtern einige
Spuren hinterließ.
Wir frühstücken an der Promenade von Trogir, wo seit langem mal wieder
ein anderes Reiseradler-Paar vorbei geschoben kommt. Leider sind sie so schnell
vorbei, dass ich sie nicht fragen kann, ob sie Christian und Olga aus Freiburg
sind, von denen Flo mir erzählt hatte. In Trogir bekommen wir endlich unseren
Postkarten-Film entwickelt und melden uns per E-Mail mal wieder zu Hause. Die
kleine Stadt auf einer Insel ist als UNESCO-Weltkulturerbe geschützt und
gefällt uns mit ihren engen Gassen wieder sehr. Wir machen dennoch nur
wenige Fotos, denn wir haben das alles schon so oft gesehen.

Trogir mit seinem markanten Turm

Palmengesäumte Promenade

Mopedparade vorm Stadttor
Am späten Vormittag radeln wir auf der Nebenstrecke die 30 km bis Split
und müssen uns dabei durch teilweise richtig ätzenden Großstadtverkehr
kämpfen. Nach einem Mittag im Park erwartet uns das zweite UNESCO-Weltkulturerbe
des Tages, der alte Palast des römischen Kaisers Diokletian, 215 x 181
m2 groß, in den die Altstadt hinein gebaut wurde. 1700 Jahre alte Mauern,
Bögen und die Kathedrale, die ursprünglich als Mausoleum für
Diokletian errichtet worden war. Dazwischen Geschäfte, Cafés, eine
lebendige Altstadt, kein totes Museum. Ich find’s total fantastisch. In
einem Straßencafé trinken wir einen Cappuccino.

Die Front von Diokletians Palast in Split

Die Kathedrale

Im Herzstück des Palastes

In Kroatien kann man Pipi abgefüllt in Flaschen kaufen - wohl bekomm's!
Um 18 Uhr nehmen wir dann die Fähre hinüber nach Supetar auf der Insel
Brač, wo wir uns morgen nach langem mal wieder einen richtigen Ruhetag gönnen
wollen. Zunächst aber pedalieren wir durch die kleine Stadt gen Westen
und finden an einer kleinen Bucht hinter einem weitläufigen Hotelkomplex
einen netten Zeltstellplatz. Vor dem Abendbrot hüpfen wir am kleinen Sandstrand
wieder kurz zum Entfernen der Kettenbisse an den Waden ins Meer. Später
ruft Mami noch kurz an, um zu sagen, dass die E-Mail angekommen ist –
dabei hatte ich sie doch extra geschrieben, damit sie nicht anzurufen braucht…
:-{

Rückblick auf Split von der Fähre
38,5 km – 16,6 km/h