Tag 27 (28.8.): Durch trockenes Land an die Krka (Karinsko more – Skradin)
Auf guter Straße geht es heute voran, über Benkovac nach Skradin.
Vor Benkovac werden wir von einem netten mittelalten Paar aus Ludwigsburg angesprochen,
die gerade mit ihrem Bulli neben der Straße pausieren. Sie laden uns zu
einem gekühlten Apfelsaft aus ihrem Kühlschrank ein und meinen, wir
hätten ab jetzt Kroatien fast für uns, da an diesem Wochenende große
Abreisewelle herrsche. Hoffentlich stimmt’s… Jedenfalls war uns
auch schon aufgefallen, dass aus Deutschland fast nur noch Autos aus Bayern
und Baden-Württemberg unterwegs sind, die ja immer als letzte Schulferien
haben.

Zelten am Karinsko more unter Ölbäumen – einfach himmlisch!
In Benkovac machen wir Wochenendeinkauf. Es herrscht eine nette Atmosphäre,
da überall die Menschen in den Straßencafés sitzen. Dennoch
geht’s für uns weiter. Von der Landschaft erinnert es uns heute sehr
an Istrien, mit dem Unterschied, dass hier doch recht viele zerstörte Häuser
herumstehen. Ansonsten teils lichte Kiefernwälder, teils auch verbrannte,
steiniges Buschland, Weinfelder und verwilderte Gärten mit Zypressen, Öl-
und Feigenbäumen. In Skradin nehmen wir ein leicht verspätetes Mittagsmüsli
um drei zu uns. Wir erkundigen uns nach dem Krka-Nationalpark und erfahren,
dass vom Ort jede Stunde ein Schiff zum Wasserfall Skradinski buk fährt.
Da wir darauf fast eine Stunde hätten warten müssen, legen wir die
5 km dorthin eigenständig zurück, was glücklicherweise mit dem
Rad möglich ist.
Erster Eindruck vom Nationalpark: ein Badeparadies, und dies ist negativ gemeint.
Dass die Leute unterhalb des Wasserfalls baden dürfen, mag noch in Ordnung
sein, aber einige Deppen, die sich oder sonst wem wohl etwas beweisen müssen,
turnen ungeniert im Wasserfall herum und springen von einem Becken ins nächste.
Dass sie dabei Kalkablagerungen, die die Natur in Jahrhunderten oder noch länger
erschaffen hat, zerstören können, kommt ihnen entweder nicht in den
Sinn oder ist ihnen egal. Merkwürdigerweise schreitet niemand vom Nationalpark
ein, während wir angemacht werden, dass wir unsere Fahrräder 100 m
zu weit bis zu den Klos schieben wollen, um die Wasserflaschen aufzufüllen
– hier werden eindeutig die falschen Prioritäten gesetzt! Dennoch
ist der große Wasserfall sehr schön und beeindruckend. Wir machen
einen Spaziergang über die Holzstege, die ähnlich wie an den Plitvitzer
Seen über die vielen kleinen Staustufen führen. Die Vegetation ist
hier etwas anders, da im mediterranen Klimabereich befindlich, so wachsen zwischen
den Wasserfällen sehr viele Feigenbäume und die Hänge des Krka-Canyons
sind von Kiefern bevölkert. Aber leider ist es wie so oft: man gewöhnt
sich im Urlaub an bestimmte Landschaften, und wenn man zwei Tage lang die Plitvitzer
Seen bestaunt hat, muss man doch zugeben, dass diese spektakulärer sind.
So bin ich mit Fotos auch recht sparsam, und eine Schildkröte zeigt sich
auch hier nicht… :-/

Badeparadies Skradinski buk

Auch oberhalb des Skradinski buk führen Holzwege über die Wasserwelt

Gemächlich bahnt sich die Krka ihren Weg
Wir fahren zurück Richtung Skradin und beschließen, am kleinen Kiesstrand
vor dem Ort die Nacht zu verbringen. Ein kurzes Bad in der Krka lässt darauf
schließen, dass sie sich unterhalb des Wasserfalls schon mit Meerwasser
vermischt – oder wir haben so viel Salz auf der Gesichtshaut, dass wir
dieses schmecken!? Zum Abendbrot gibt’s mal wieder Nudeln und wir genießen
das rote Abendlicht am gegenüberliegenden Hang. Die Sonne geht mittlerweile
bereits etwa um halb acht unter.

Das Futter hat etwas gelitten...
68,3 km – 16,9 km/h