Tag 25 (26.8.): Über den Vaganski vrh zurück nach Starigrad (Nacionalni Park
Paklenica)
Wir stehen früh auf und brechen um 8 Uhr bei dichter Bewölkung auf,
da wir uns eine lange Route für heute vorgenommen haben: Über den
höchsten Gipfel des Velebits, den Vaganski vrh (1757 m), und durch die
kleine Schlucht Mala Paklenica zurück nach Starigrad.
Nach erneutem Auftanken am Marasovac steigen wir auf, kommen langsam in die
Wolken und geraten schließlich auf einen Grat, auf dem uns der Wind fast
wegpustet, so dass wir widerwillig umkehren müssen. Von der Sichtweite
um hundert Meter wär’s gegangen, aber so wird es uns zu heikel. Als
wir nach zwei Stunden zurück an der Hütte sind, liegt auch bereits
hier alles im Nebel. Eine richtige Macbeth-Stimmung. Eigentlich wollen wir gleich
weiter absteigen, um wenigstens noch durch die Mala Paklenica zu wandern, doch
der Hüttenwart überredet uns, noch zum Mittagessen zu bleiben. Andreas
und Ines sowie der Freund sind auch noch da. Während des leckeren Essens
fängt es erst an zu regnen, dann zieht ein heftiges Gewitter über
uns hinweg, mit Orkanböen und solch starkem Hagel, dass die Schubkarre,
die der Hüttenwart zum Auffangen hinstellt, innerhalb weniger Minuten voll
ist. Als wir das jedoch überstanden haben, klart es plötzlich auf
und wird nahezu freundlich. So entschließen wir uns, einen zweiten Anlauf
zum Vaganski vrh zu unternehmen und stattdessen auf die Mala Paklenica zu verzichten.

Ina zieht ne Schnute – alles im Nebel...

Zurück an der Struge-Hütte, mit Andreas, Ines, dem Kumpel und dem Hüttenwart
Diesmal läuft es reibungslos, der Blick vom Gipfel reicht bis zu den äußeren
Inseln vor Zadar und auf der Landseite über das weite Lika-Tal und die
dahinter liegenden Berge.

Karge Bergwelt des Velebits

Auf dem Gipfel des Vaganski vrh, höchster Punkt des Velebit-Gebirges
Da wir noch einen weiten Weg vor uns haben, müssen wir uns etwas beeilen.
Wir bleiben nur kurz auf dem Gipfel und steigen durch ein äußerst
steiles Geröllfeld, in dem wir so einige Male ins Rutschen geraten, ab
zur Hütte Dom u Paklenici. Der Abstieg von über 1000 m geht ganz schön
in die Beine und ist fast anstrengender als der Aufstieg.

Schon wieder ein Schmetterheini – diesmal ein Bläuling
An der Hütte kurze Brotzeit, dann geht’s durch die Velika Paklenica
zurück zum Campingplatz, wo wir ziemlich fertig ankommen. Wieder Zelt aufbauen,
Nudeln kochen, dann ab in den Schlafsack. Am Abend und in der Nacht jedoch zieht
wieder ein dermaßen starker Sturm über uns hinweg, dass ich einige
Male denke, gleich fliegt hier alles weg. An ordentlichen Schlaf ist erstmal
nicht zu denken. Zum Glück beruhigt es sich irgendwann nach Mitternacht.
0 km
Etwa 30 km gewandert in zwei Tagen