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Reisebericht

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Karst 2004

Tag 24 (25.8.): Durch die Velika Paklenica zur Struge-Hütte (Nacionalni Park Paklenica)

Um zehn kommen wir los, das Gepäck und die Räder dürfen wir netterweise am Campingplatz unterstellen. Nach kurzem Einkauf bekommen wir noch Essen (Brot und Müsli) für zwei Tage neben Schlafsack und Isomatte in den kleinen Rucksäcken unter. Auffüllstationen für Trinkwasser gibt es zum Glück einige im Park.

Nach kurzer Fahrt mit dem Nationalparkbus marschieren wir durch die große Schlucht, die Velika Paklenica, los. Am Beginn der Schlucht kleben eine Menge Kletterer an den Wänden bzw. sichern ihre Partner vom Boden aus. Hier ist die Schlucht auch am spektakulärsten. Später weitet sie sich, und auf dem breiten Wanderweg kommen wir gut voran. An der Hütte Dom u Paklenici gönnen wir uns zum Mittag eine Suppe mit dicker Wurst.

Im unteren Teil ist die Velika Paklenica eine echte Schlucht
Im unteren Teil ist die Velika Paklenica eine echte Schlucht

Wanderweg duch die Velika Paklenica
Wanderweg duch die Velika Paklenica

Oberhalb wählen wir den schmalen Pfad zum Pass Buljma und sind plötzlich so gut wie allein unterwegs. Der Pfad führt durch wunderschönen Buchenwald stetig bergan, das letzte Stück zum Pass durch ein Geröllfeld wird steiler. Wir sehen eine Menge hübsch blühende Blumen und Schmetterlinge. Doch die Sonne macht sich langsam rar, Wolken ziehen auf.

Rückblick in die Schlucht
Rückblick in die Schlucht

Toller Buchenwald auf halber Höhe
Toller Buchenwald auf halber Höhe

Silberdisteln
Silberdisteln

Hinterm Pass eröffnet sich uns eine windige, verkarstete Hochebene, teils mit knorrigem Buchenwald bewachsen, teils kahl. Wir gehen zunächst an der Struge-Hütte vorbei, um an der Wasserstelle Marasovac, einem kleinen Brunnen, unsere Vorräte aufzufüllen. Die Hütte ist ein spitzgiebeliges Holzhäuschen mit Blechdach, nach dem Krieg neu aufgebaut und daher noch recht jung. Der Hüttenwart, ein netter Naturbursche, dessen Namen ich leider vergessen habe, erwartet uns. Kurze Zeit später trifft auch noch ein anderes Paar ein, Ines und Andreas aus Wien, er Österreicher, sie Kroatin, total sympathisch die beiden. Wir verbringen einen sehr netten Abend, der Hüttenwart erzählt ein bisschen vom Leben hier oben, von Begegnungen mit Tieren usw. Die aufgewühlten Stellen auf der Hochebene, die wir vorhin gesehen haben, stammen wahrscheinlich von Wildschweinen, meint er. Oder von Bären, die oft Steine umdrehen, um darunter nach Käfern und Würmern zu suchen. Wer bis hier oben kommt, sei kein Tourist mehr, meint er – das ehrt uns natürlich. Außerdem erfahren wir, dass die Flugzeuge, die den ganzen Tag über uns hinweggesaust sind, doch nicht wie zuerst gedacht Rundflüge über den Nationalpark veranstalten, sondern Löschflugzeuge sind, die Wasser aus dem Meer holen, um einen Buschbrand in vermintem Gebiet im Lika-Tal zu bekämpfen.

Wasserstelle Marasovac
Wasserstelle Marasovac

Das „Klo“ der Struge-Hütte
Das „Klo“ der Struge-Hütte

Nach Einbruch der Dunkelheit trifft noch ein Freund vom Hüttenwart mit Stirnlampe ein, der neue Vorräte bringt. Sein Hund heißt Štrašo oder so ähnlich (keine Ahnung ob man das so schreibt…), was übersetzt „Pfote“ bedeutet, da er zwei weiße Vorderpfoten hat und ansonsten schwarz ist. Die Unterhaltung wird mehr und mehr kroatisch, auch wenn Ines manches übersetzt, so dass wir uns bald ins Bett (Matratzenlager unterm Dach) zurückziehen und eine kuschelige Nacht auf 1400 m Höhe verbringen.

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