Tag 24 (25.8.): Durch die Velika Paklenica zur Struge-Hütte (Nacionalni Park Paklenica)
Um zehn kommen wir los, das Gepäck und die Räder dürfen wir netterweise
am Campingplatz unterstellen. Nach kurzem Einkauf bekommen wir noch Essen (Brot
und Müsli) für zwei Tage neben Schlafsack und Isomatte in den kleinen
Rucksäcken unter. Auffüllstationen für Trinkwasser gibt es zum
Glück einige im Park.
Nach kurzer Fahrt mit dem Nationalparkbus marschieren wir durch die große
Schlucht, die Velika Paklenica, los. Am Beginn der Schlucht kleben eine Menge
Kletterer an den Wänden bzw. sichern ihre Partner vom Boden aus. Hier ist
die Schlucht auch am spektakulärsten. Später weitet sie sich, und
auf dem breiten Wanderweg kommen wir gut voran. An der Hütte Dom u Paklenici
gönnen wir uns zum Mittag eine Suppe mit dicker Wurst.

Im unteren Teil ist die Velika Paklenica eine echte Schlucht

Wanderweg duch die Velika Paklenica
Oberhalb wählen wir den schmalen Pfad zum Pass Buljma und sind plötzlich
so gut wie allein unterwegs. Der Pfad führt durch wunderschönen Buchenwald
stetig bergan, das letzte Stück zum Pass durch ein Geröllfeld wird
steiler. Wir sehen eine Menge hübsch blühende Blumen und Schmetterlinge.
Doch die Sonne macht sich langsam rar, Wolken ziehen auf.

Rückblick in die Schlucht

Toller Buchenwald auf halber Höhe

Silberdisteln
Hinterm Pass eröffnet sich uns eine windige, verkarstete Hochebene, teils
mit knorrigem Buchenwald bewachsen, teils kahl. Wir gehen zunächst an der
Struge-Hütte vorbei, um an der Wasserstelle Marasovac, einem kleinen Brunnen,
unsere Vorräte aufzufüllen. Die Hütte ist ein spitzgiebeliges
Holzhäuschen mit Blechdach, nach dem Krieg neu aufgebaut und daher noch
recht jung. Der Hüttenwart, ein netter Naturbursche, dessen Namen ich leider
vergessen habe, erwartet uns. Kurze Zeit später trifft auch noch ein anderes
Paar ein, Ines und Andreas aus Wien, er Österreicher, sie Kroatin, total
sympathisch die beiden. Wir verbringen einen sehr netten Abend, der Hüttenwart
erzählt ein bisschen vom Leben hier oben, von Begegnungen mit Tieren usw.
Die aufgewühlten Stellen auf der Hochebene, die wir vorhin gesehen haben,
stammen wahrscheinlich von Wildschweinen, meint er. Oder von Bären, die
oft Steine umdrehen, um darunter nach Käfern und Würmern zu suchen.
Wer bis hier oben kommt, sei kein Tourist mehr, meint er – das ehrt uns
natürlich. Außerdem erfahren wir, dass die Flugzeuge, die den ganzen
Tag über uns hinweggesaust sind, doch nicht wie zuerst gedacht Rundflüge
über den Nationalpark veranstalten, sondern Löschflugzeuge sind, die
Wasser aus dem Meer holen, um einen Buschbrand in vermintem Gebiet im Lika-Tal
zu bekämpfen.

Wasserstelle Marasovac

Das „Klo“ der Struge-Hütte
Nach Einbruch der Dunkelheit trifft noch ein Freund vom Hüttenwart mit
Stirnlampe ein, der neue Vorräte bringt. Sein Hund heißt Štrašo
oder so ähnlich (keine Ahnung ob man das so schreibt…), was übersetzt
„Pfote“ bedeutet, da er zwei weiße Vorderpfoten hat und ansonsten
schwarz ist. Die Unterhaltung wird mehr und mehr kroatisch, auch wenn Ines manches
übersetzt, so dass wir uns bald ins Bett (Matratzenlager unterm Dach) zurückziehen
und eine kuschelige Nacht auf 1400 m Höhe verbringen.
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