Tag 20 (21.8.): Gedränge an den Plitvitzer Seen (Plitvička jezera)
Wir haben supergut geschlafen – die Erschöpfung macht’s möglich.
Als wir aus dem Zelt schauen, glauben wir unseren Augen nicht trauen zu können
– grauer Himmel! So etwas hatten wir seit dem Gewitter in Slowenien nicht
mehr! Ist man gar nicht mehr gewohnt. Dennoch brechen wir zu den Seen auf, ein
Paar aus Polen nimmt uns mit zum Haupteingang. Menschenmassen strömen in
den Nationalpark hinein. Wir kaufen brav unser Zweitages-Ticket und sahnen einen
Studentenrabatt ab – 10 € sind’s dennoch für jeden.
Wir gehen es heute ganz gemütlich an und beginnen mit den unteren Seen.
Schlendern ruhig am Jezero Kozjak entlang, der türkis leuchtet. Dann erwischt
uns ein heftiger Schauer, doch eine mächtige Buche bietet uns Schutz vor
den Unbilden des Wetters. Danach klart es glücklicherweise auf und die
Sonne kommt hervor.

Der Jezero Kozjak nach dem Sturzregen
Weiter abwärts erwartet uns eine Kette kleinerer Seen, wie Perlen an einer
Schnur. Sie sind über wundervolle Wasserfälle, Kaskaden und Sinterterrassen
miteinander verbunden, in den kurzen Bachabschnitten tummeln sich riesige Fischschwärme.
Ist die Frage, ob es hier mehr Fische oder mehr Touris gibt? Jeder möchte
ein Erinnerungsbild von sich vor dem Wasserfall machen und auf den schmalen
Holzstegen müssen auch wir zum Fotografieren ein gutes Portiönchen
Geduld mitbringen, um manche Motive ungestört ablichten zu können.
Es ist supertoll hier und einfach jede Ecke total fotogen. Hinter dem Veliki
slap, dem „großen Wasserfall“, mit 78 m dem höchsten
Kroatiens, wählen wir den Weg auf der anderen Seite hoch oberhalb der Seen
zurück, wo es glücklicherweise nicht ganz so voll ist. Zurück
zum Ausgangspunkt nehmen wir dann – es sei uns verziehen – das Touriboot
über den Jezero Kozjak, dessen Benutzung im Eintrittspreis inbegriffen
ist.

Massen an Fischen tummeln sich in den Bächen

Wasser wo man nur hinschaut

Ein Wasserfall schöner als der andere

Holzstege führen über die Seen und Teiche

Hirschzungenfarn gedeiht nur in sehr feuchten Ecken

Die unteren Seen sind von steilen Kalkfelsen eingeschlossen
Der Rückweg zum Campingplatz erweist sich als komplizierter als gedacht,
denn den Shuttle-Bus um 17 Uhr haben wir verpasst. Wir versuchen’s eine
halbe Stunde per Anhalter an der Ausfahrt des Parkplatzes, doch die Touris in
den großen Wohnmobilen sind sich zu schade und so sprechen wir schließlich
direkt Leute an. Nach einer Stunde finden wir zum Glück ein nettes junges
Pärchen aus Tschechien, das uns mitnimmt.
Abends gibt’s zur Abwechslung mal Kartoffeln mit Gemüse, nachdem
doch noch ein heftiges Gewitter über den Campingplatz hinweg gezogen ist.
Danach ist es so abgekühlt, dass ich trotz Fleece tatsächlich ein
bisschen friere…
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