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Karst 2004

Tag 19 (20.8.): Durch das „ursprüngliche“ Kroatien zu den Plitvitzer Seen (Oltari – Catrnja)

Um halb acht stehen wir auf, da wir heute einen weiten Weg vor uns haben. Wir haben prima geschlafen. Milan ist schon länger auf den Beinen, da er morgens die Kühe melken musste. Zum Frühstück tischt er uns wieder Brot, Käse und Schinken auf, dann verabschieden wir uns auch schon von unserem netten Gastgeber.

Abschied von Milan
Abschied von Milan

Wir fahren durch tiefen Buchen-, Fichten- und Tannenwald, wie wir ihn seit Slowenien nicht mehr gesehen haben. Auch die ländliche Idylle ist dieselbe. Es geht viel bergab, durch mehrere Poljen mit hübschen kleinen Orten. Freuen wir uns noch zunächst über die gute neue Straße, so werden wir später selbst Opfer der Straßenerneuerung. Vor Švica treffen wir auf große Maschinen, die gerade eine neue Asphaltdecke auftragen. Da kein Durchkommen ist, müssen wir zusammen mit einigen Autos eine halbe Stunde warten. Zwischen Švica und Otočac überqueren wir die neue Autobahn, die laut Karte eigentlich einige Kilometer weiter nördlich verlaufen sollte. Anscheinend wurden die Pläne geändert.

Gemüsegarten in einer Doline bei Krasno Polje
Gemüsegarten in einer Doline bei Krasno Polje

Hier wird noch echte Nachhaltigkeit gelebt (wenn auch aus der Not heraus...)
Hier wird noch echte Nachhaltigkeit gelebt (wenn auch aus der Not heraus...)

In Otočac schnabulieren wir unser Müsli und gönnen uns ein Stück Kuchen. Hier treffen wir auf die ersten Zeugen des noch gar nicht lange vergangenen Krieges, Häuser mit Einschusslöchern. Auch auf der weiteren Strecke durch die große Gacko Polje und über Vrhovine sind immer wieder zerschossene Häuser und ein Hinweisschild auf Minengefahr zu sehen. Viel ist aber auch schon wieder aufgebaut und das Landschaftsbild mutet weiterhin ländlich-beschaulich an. In Babin Potok kaufen wir uns an einem der vielen Straßenstände ein Glas leckeren Wiesenhonig. Die Verkäuferin erzählt uns, sie würden alleine vom Straßenverkauf an die durchreisenden Touristen zu den Plitvitzer Seen leben. Neben dem Honig hat sie verschiedene selbst gemachte Käsesorten und Likörchen im Angebot. An anderen Ständen sehen wir auch Stickereien.

Zerschossenes Haus bei Zalužnica
Zerschossenes Haus bei Zalužnica

Da die ausgeschilderte Strecke zu den Seen noch ganz schön weit ist, sind wir so dreist und nehmen die alte Straße über Plitvički Ljeskovac, an der ein „Durchfahrt verboten“-Schild steht. Die Abkürzung von etwa 25 km lockt doch zu sehr und wir hoffen, uns damit keinen Ärger einzuhandeln. Es geht ein wunderschön einsames Tal mit plätscherndem Bach hinunter und Ina bindet sich wegen der Bären wieder eine Trinkjoghurt-Flasche ans Rad. Auch mit ihrem Dauergepfeife zerstört sie die Stille der Natur…

Als wir an den oberen See, den Prošćansko jezero, stoßen, bleiben die erwarteten Touristenmassen zunächst aus. Auf diese stoßen wir erst sehr abrupt am obersten Haltepunkt der Touri-Bimmelbahn, aber wir zischen dank ordentlichen Gefälles rasant vorbei, mogeln uns ohne Probleme durch die Eingänge durch und stoßen so unbesehen auf die viel befahrene Hauptstraße Nr. 1 Zagreb – Zadar. Von den Seen haben wir jetzt noch nicht viel gesehen, das heben wir uns für die nächsten Tage auf. Wir fahren weiter fix einige Kilometer bergab bis zum riesigen „Autocamp Korana“, wo wir unser Zelt in einer Doline aufbauen. Mit 88 km ist es heut die längste Etappe geworden, und nach den vielen Bergen fühlen sich unsere Beine wie Pudding an. Schon der Gang aus unserer Doline wird zur Qual… Wir nehmen endlich mal wieder eine richtige Dusche in Anspruch und zur Belohnung gibt’s Cola und Nudeln mit extra viel Knoblauch in der Soße!

88,0 km – 15,7 km/h

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