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Karst 2004

Tag 11 (12.8.): Bergankunft in Kroatien (Kozina – Škropeti)

Heute lichtet sich zum ersten Mal kein Morgennebel – denn es gibt keinen Morgennebel mehr! Auf dem Weg von Postojna nach Kozina gestern hat sich das Klima deutlich gewandelt – es ist mediterran geworden. Heißer, aber gleichzeitig ist die Luft trockener geworden und somit ist es auch nicht mehr so drückend. Auch die Vegetation ändert sich rasant: von den tiefen Buchen- und Fichtenwäldern Innersloweniens kommen wir in die Hartlaubvegetation des Mittelmeers mit Macchia, Schwarzkiefern, Steineichen und den ersten Olivenhainen. Auch die Dörfer sehen plötzlich ganz anders aus, italienisch anmutend mit Rundbögen und dicken Steinmauern.

Wir zwängen uns durchs Nadelöhr zwischen Italien und Kroatien in Richtung der slowenischen Küstenstadt Koper – und leider sind wir nicht die einzigen mit diesem Ziel. Da die neue Autobahn noch nicht ganz fertig ist, nehmen alle Urlauber und LKWs die parallele Landstraße – so geraten wir in einen echten Stau und haben teilweise Probleme, uns an den wartenden Autos vorbeizudrängeln. Den kurzen Blick auf die Adria und Triest können wir somit nicht wirklich genießen...

Zum Glück biegen wir dann bald Richtung Buzet in Kroatien ab und der Verkehr wird deutlich weniger. Wir fahren noch ein Stück mit dem netten Paar aus Krefeld zusammen, bevor sich unsere Wege trennen, da sie auf eine Nebenstraße nach Koper abbiegen. Gegen halb eins betreten wir, ohne große Grenzschwierigkeiten, kroatischen Boden. Die erste Stadt Buzet ist schnell erreicht, sie liegt majestätisch auf einem Berg. Wir fahren aber nach einer Banane weiter, durch den Canyon des Flüsschens Mirna nach Motovun. Da es ebenfalls hoch oben auf einem Berg thront, ist es erst nach einer steilen und zähen Auffahrt erreicht. Da wir mal wieder nicht genug getrunken hatten, müssen wir uns erst mal ein halbes Stündchen regenerieren, bevor wir uns das Städtchen anschauen. Äußerst malerisch, mit einer Stadtmauer um die Spitze des Berges sehr wehrhaft. Der tolle Panoramablick zeigt uns einerseits eine karge Landschaft mit weißen Kalkfelsen, andererseits aber auch ein sanft gewelltes Land mit Weinfeldern und Zypressen – so wie ich mir die Toskana immer vorgestellt habe. Zum Abschied erstrahlt der Berg dann noch einmal prachtvoll in der Spätnachmittagssonne.

Ina macht eine Grenzerfahrung
Ina macht eine Grenzerfahrung

Panoramablick vom „Gipfel“ Motovuns
Panoramablick vom „Gipfel“ Motovuns

Eine schmale Straße führt hinauf
Eine schmale Straße führt hinauf

Rückblick auf Motovun
Rückblick auf Motovun

Wir machen noch etwa 10 km und so manche Höhenmeter Richtung Pazin, bevor wir uns kurz hinter dem Dorf Škropeti in die Büsche schlagen und das Zelt auf einem steinigen, nicht sonderlich anheimelnden Platz aufbauen. Doch angenehm, wie einfach es bisher ist, Stellen zum Wildzelten zu finden!

72,3 km – 16,5 km/h

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