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Istanbul 2006

Tag 5 (28.06.): Von Böhmen nach Mähren (Zámrsk – Náklo)

Der Tag verläuft wettertechnisch wie der gestrige: nach einem angenehm bedeckten Morgen wird es heiß, am Nachmittag bedeckt es sich wieder. Wir bleiben heute eine ganze Weile auf der stark befahrenen 35, gucken uns kurz Litomyšl an und müssen dann 200 m hoch bis Gajer. Von dort aus nehmen wir die Nebenstrecke über Dětřichov und müssen wieder ordentlich hoch. Dieser Höhenzug stellt wohl die historische Grenze zwischen Böhmen und Mähren dar. Die Abfahrt nach Moravská Třebová ist genial – etwa acht Kilometer nur bergab, leider auf nicht so toller Straße.

In Moravská Třebová machen wir wieder eine ausgedehnte (verspätete) Mittagspause mit Besuch eines Internet-Cafés. Hinter der Stadt der nächste Höhenzug: 200 m rauf und 300 m runter in die breite Ebene der Morava (March). Ab Mohelnice folgen wir gemütlichen Nebenstraßen über Litovel und wollen den auf der Karte eingezeichneten Campingplatz bei Náklo ansteuern. Er entpuppt sich jedoch als Uferstreifen eines Baggersees, auf dem eine Menge Leute wild zelten und eine provisorische Kneipe aufgebaut ist – eine etwas hippiemäßige, fröhliche Stimmung. Die Mädels am Tresen machen sich über uns lustig, als wir fragen, ob campen hier etwas kostet. Also stellen wir unsere Zelte dazu und nehmen vor dem Abendbrot noch ein enorm reinigendes Bad im See, nach dem wir uns fast wie neugeboren fühlen. Unsere Nachbarn, fünf Männer mit Fahrrad, die unter einer Plane schlafen, laden uns noch zu einem Schluck Rum ein. Spätabends, als ich schon im Zelt liege und Jens zur Telefonzelle ins nächste Dorf unterwegs ist, kommt noch ein heftiger Schauer herab.

108,4 km – 18,7 km/h – 862 hm

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