Tag 4 (27.06.): Hradec Králové und Pardubice (Jinolice – Zámrsk)
Damit Jens zufrieden ist ;-), beschließen wir, bis Hradec Králové
Hauptstraße zu fahren. Vorher jedoch gucken wir uns noch kurz das Zentrum
von Jičín an. Das erste Stück (auf der Straße 16) ist für
Radfahrer gesperrt, aber es führt kein Weg drum herum… Auf halber
Strecke nach Hradec Králové kommen vereinzelte Nieseltropfen herunter,
aber schon kurze Zeit später knallt die Sonne wieder.
In Hradec Králové (Königgrätz) machen wir eine ausgedehnte
Mittagspause. Während Jens ins Internet-Café geht, erkunde ich die
Alt- und Neustadt auf beiden Seiten der Elbe zu Fuß – sehr schön
und ein starker Kontrast zu den hässlichen Außenbezirken, wie es
nun einmal in vielen Städten des ehemaligen Ostblocks der Fall ist. Jens
schreibt auch noch einen Brief an seine Linda, ungefähr den 25., seit wir
unterwegs sind (hach, muss Liebe schön sein… ;-)). Er überlegt,
ihretwegen eventuell doch nicht bis Indien zu fahren und guckt im Internet auch
schon mal nach den Studienbedingungen für Geographie in Hamburg, falls
er doch schon zum Wintersemester anfangen sollte.
Neben Hradec Králové empfiehlt der Reiseführer ganz besonders
Pardubice (Pardubitz), das wir über eine Nebenstrecke entlang der Elbe
(tschechisch Labe) erreichen. Und der vollständig von Renaissance-Gebäuden
gesäumte Platz Pernštýnské náměstí hat
diesen Umweg mehr als lohnenswert gemacht. Wir genießen ihn bei einem
Eis.
Von Pardubice aus nehmen wir die Nebenstraße 322 über Dašice,
an der ein Straßendorf nahtlos in das nächste übergeht. Bei
Litětiny endet die Straße in einer Baustelle, doch ein nettes Paar lotst
uns auf Umwegen vorbei. Wir würden gerne noch vor der Hauptstraße
zelten, doch sobald wir stehen bleiben, fressen uns die Mücken und Bremsen.
Also weiter auf die 35. Vor dem Bahnhof Zámrsk fahren wir ein Stück
die alte Straße hinein, die an einem Sägewerk vor den Schienen endet,
aber von der ein kleiner Weg nach links abgeht, der auf einer Wiese endet –
perfekt zum Zelten! Eine sehr schnell heranziehende Front erwischt uns noch,
die wider Erwarten keinen Regen, aber ordentliche Windböen mitbringt. Diese
vertreiben für eine Zeitlang die Mücken, doch hinterher fallen sie
dafür gnadenlos über uns her – das Abwaschen wird keine Freude…
111,4 km – 18,8 km/h – 455 hm